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Lieber Hallo ?!


Sehr verehrte Leserinnen,
sehr geehrte Leser,

heute möchte ich gerne einmal über die Gepflogenheiten und "guten Sitten" beim E-Mail schreiben reden.

Ausgelöst wurde das ganze durch eine E-Mail eines Mitarbeiters, bei dem anscheinend die Grossmachtaste (manche nennen sie auch Shift-Taste) eine Störung hatte. Denn anders kann ich mir nicht erklären, warum die komplette Mail mit Kleinbuchstaben geschrieben wurde :)

Solche "Verrohung der Sitten" bemerkt man im E-Mailverkehr ja -leider- immer wieder.

Ok, E-Mail ist schnell, aber so schnell, dass man keine Zeit hat zwischendurch mal einen Großbuchstaben oder gar ein Satzzeichen einzustreuen.

Mit der Anrede ist es noch schwieriger. Ich persönlich halte es so:

Bei einem "Erstkontakt" zu einem mir unbekannten Menschen nutze ich immer noch die klassische Form "Sehr geehrter Herr Mustermann".

Bei näherer Bekanntschaft oder bei Freunden wird es dann "Hallo Herr Mustermann".

Was mich aber schon etwas irritiert ist wenn mir jemand, mit dem ich keine privatere Beziehung habe, mich mit "Lieber Herr Mustermann," anschreibt.

Bei einer Antwort klingt das meist schon etwas Arrogant. Besonders wenn man eine Antwort erhält, empfinde ich das immer irgendwie so als ob wir der Absender sagen wollte "Du Depp, dass hättest Du doch wissen müssen".

Wie kommt das "Lieber" bei Euch an? Oder welche Formen der Anrede verwendet Ihr bei E-Mails?

8 Kommentare

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Montag, September 20, 2010

  1. Sudda Sudda

    20.9.10

    Wenn es persönlicher wird, finde ich "Lieber" genau richtig. Und dass bei vielen die Großschreibtaste ausgefallen ist, ist mir auch schon aufgefallen. Find ich nicht schön.

    In Schweden ist es übrigens in Geschäftsbriefen meines Wissens nach normal, dass GAR KEINE Anrede erfolgt. Total doof und unpersönlich.

  1. Der Dicke

    20.9.10

    Könnte ich auch mit leben, ganz ohne Anrede. Denn ehrlich gesagt ist eine "Sehr geehrter Herr..." z. B. vom Finanzamt nicht so prickend. Besonders in Verbindung mit dem oft folgenden Nachsatz:

    "Dieses schreiben wurde Maschinell erzeugt und ist ohne Unterschrift gültig" :)

  1. Sudda Sudda

    20.9.10

    Da haste auch verdammt recht!

  1. Kirstin

    20.9.10

    Ich würde ja mal sagen, ich stimme dir hier in allen Belangen zu. Wobei ich bei der Anrede "Lieber" grundsätzlich mal drauf verzichten würde, wenn ich keine persönliche, sondern eine rein geschäftliche Beziehung zum Empfänger habe.

    Was im übrigen das Problem mit der Großschreibtaste angeht: ganz ehrlich rege ich mich da so klammheimlich für mich und ganz still alleine auch immer darüber auf ;o) Zumal mit dem Ausfall dieser Taste offenbar auch weder Punkt noch Komma möglich sind *hust*

    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche!

    Liebe Grüße, Kirstin

  1. Trinchen

    20.9.10

    Ich halte es auch wie Du. Ich schreibe auch Lieber Herr Mustermann, wenn man etwas mehr miteinander in Kontakt steht und merkt, dass der "Draht" stimmt.

    Manchmal bekommt man auch wirklich E-Mails, über die man nur den Kopf schütteln kann. Ich hatte mal eine Kollegin, die schrieb bsp. "Ok" oder "Machen wir so" und das war die ganze Mail und man selbst steht da, wie Ochs vor dem Berg. War diese Mail für mich? Was ist ok? Was machen wir wie?

  1. Schmedderling

    20.9.10

    Bei Menschen, die ich nicht kenne, schreibe ich:

    Guten Tag Herr Mustermann,

    Liebe Grüße
    die Schmedderling

  1. SOLEILrouge

    21.9.10

    echt ich kanns auch nich leiden wenn alles so geschrieben ist dass ich gar nicht mehr weiß wo vorne und hinten ist und jegliche orientierung fehlt

    "Scherz" beiseite!
    Natürlich ist es voll doof, wenn man KEINE Rede-/Satzzeichen benutzt und der Sprache/Rechtschreibung auch nicht wirklich mächtig ist (das hat mich schon immer total aufgeregt, selbst zu eigenen Schulzeiten! Also nicht erst seit dem L-Job... ;-))

    In Frankreich schreibt man nur "Monsieur," oder "Madame," als Anrede und nicht noch den Namen dazu, auch im Gespräch oder bei der Begrüßung sagt man nur Monsieur/Madame. Den Namen dazu zu nennen wäre/ist generell viel zu plump. Das "darf" man erst viel später, wenn überhaupt.

    Ich handhabe es so, dass ich "Sehr geehrte/r..." schreibe, später dann "Hallo..." und wenn's ganz persönlich ist/wird, durchaus auch mal "Liebe/Lieber...", wenn ich jemanden SIEZE!
    Generell finde ich auch so Abkürzungen wie LG oder HDL etwas blöde... das kann man doch auch ausschreiben, oder? Sieht einfach schöner aus UND erweckt in meinen Augen den Eindruck, dass man sich dafür ZEIT genommen hat und es auch so meint!!!

  1. torenia

    21.9.10

    Hmmm... Interessantes Posting. Über sowas denke ich auch ab und an nach. Vor allem, wenn ich an entferntere Kollegen schreibe, die ich zwar sieze, aber nicht mit "Sehr geehrte Kollegen" anschrieben möchte. Finde ich doof. "Hallo Kollegen" finde ich genauso blöde. "Liebe Kollegen" geht gerade noch so - was aber nie nicht gar nicht geht, das ist "lieber" mit persönlicher Anrede, wenn es nicht um eine private Freundschaft geht. Nie würde ich meinen Chef mit "lieber Herr XXYZ" anschreiben. Finde ich sehr unpassend. Und genauso wenig möchte ich mit "liebe Frau YYZZ" angeschrieben werden - woher will derjenige wissen, ob ich LIEB bin? Vielleicht will ich ja gar nicht LIEB sein???

    Im geschäöftlichen Kontakt mache ich es meistens so, dass ich ein einfaches "Guten Morgen," darüber setze, wenn ich an einen Kreis von Kollegen schreibe. Damit entgehe ich der "sehr geehrte / liebe"-Problematik. Praktischerweise arbeite ich vormittags *lach*
    Ich habe aber auch schonmal "Guten Tag." drübergeschrieben - ist grenzwertig, geht aber noch. :-)

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